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Reiten


© Michael Pütsch
Reiter auf einem Feld

Quelle: Natursportinfo, Text: Martina Porzelt & Dr. Cornelia Schütz

Das Aufkommen des Reitsports löste die Jahrhunderte lange Geschichte des Pferdes als reines Nutztier ab. Die sich im Laufe der Zeit verstärkende Bindung zwischen Pferd und Reiter ist eine grundlegende Voraussetzungen zur Ausübung des Reitens. Diese ist auch der Schlüssel zu einem intensiven Naturerlebnis, dem hauptsächlichen Reiz der Sportart.
Mittlerweile gibt es viele Varianten des Reitens, bei welchen die sportlichen Ambitionen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.
Die Ansprüche an den Naturraum sind daher auch von der jeweilig ausgeübten Variante abhängig.
Die Verbreitung der Sportart ist schwer zu erfassen, da viele Reiter nicht organisiert sind. Daher lassen sich auch die Auswirkungen des Reitens auf die Natur nur bedingt eindämmen.

Voraussetzungen

Die Herausforderung in dieser Natursportart ist die Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Vom Reiter werden vor allem Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd gefordert und die Fähigkeit, das Verhalten des Pferdes einzuschätzen und zu steuern. Daher sind auch Informationen über das Gelände, in welchem der Sport ausgeübt wird sowie einer gründlichen Planung der Sportausübung für eine optimale Verständigung zwischen Reiter und Pferd wichtig.
Pferde sollten nicht alleine gehalten werden, denn sie sind Herdentiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten.
Zum Reiten gehört außer dem Pferd eine spezielle Ausrüstung, die je nach Reitstil oder ausgeübter Pferdesportart (z.B. Wanderreiten, Springreiten, Military, Distanzreiten, Fahren etc.) sehr unterschiedlich sein kann. Angemessene Kleidung, gepflegtes Sattel- und Zaumzeug (bzw. Geschirr und Kutsche), aber auch entsprechende Sicherheitskleidung, wie ein Helm, gehören dazu.

Ansprüche an den Naturraum

© Michael Pütsch
Reitweg

Zum Reiten eignen sich am besten trittfeste und federnde Wege. Straßen mit Autoverkehr werden gemieden, da Pferde durch den Verkehr scheuen können und außerdem Reiten entlang von Straßen keinen Spaß macht. Im Hinblick auf die Gesundheit der Pferde werden Straßen mit hartem Untergrund wie beispielsweise Asphalt und grober Schotter, gemieden, da Hufe und Gelenke der Pferde dadurch stark beansprucht werden.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN (Fédération Equestre Nationale) empfiehlt allen Reitern, die ins Gelände reiten, den Deutschen Reit-Pass zu erwerben. In Lehrgang und Prüfung muss der Reiter zeigen, dass er ein geeignetes Pferd sicher im Gelände beherrscht und die einschlägigen Bestimmungen und Empfehlungen kennt.

Auswirkungen auf die Natur

Die gravierendsten Auswirkungen des Reitsports auf die Umwelt hat nicht das Reiten selbst, sondern vielmehr die damit zusammenhängende infrastrukturelle Standortwahl wie z.B. die Errichtung von Reitställen und Pferdekoppeln in ökologisch wertvollen Gebieten. Den Einfluss, welchen das Reiten selbst auf den Naturraum hat, hängt vor allem mit der Einwirkung der scharfkantigen Hufe auf die Vegetationsdecke und den damit verbundenen Schäden zusammen. Diese Beeinträchtigungen sind aber nur dann erheblich, wenn damit eine Störung von erhaltenswerter Vegetation bzw. schutzwürdiger Lebensräume von Flora und Fauna wie beispielsweise Feuchtgebieten und Dünenregionen erfolgt. Zu ökologischen Belastungen kommt es aber vor allem, wenn Reiter die Wege verlassen und in empfindliche Lebensräume vordringen.

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