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Natur-News des Monats

Frösche & Co auf Wanderschaft

© Naturelebniszentrum Nettersheim
zwei grüne Frösche auf dem Boden

Wenn die Bodentemperatur im März endlich auf 4 - 5 °C steigt und ein leichter Nachtregen fällt, ist ihre Zeit gekommen: Frösche, Kröten und Molche verlassen jetzt zu Tausenden ihre Winterquatiere und bilden regelrechte Wanderzüge. Um sich zu paaren sind sie auf dem Weg zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. Sie lassen sich weder durch Häuser noch durch Straßen von ihrer traditionellen Wanderbewegung abbringen. Ihr beharrlicher Orientierungssinn wird den Amphibien aber oft zum Verhängnis. Jahr für Jahr sterben trotz bundesweiter Schutzmaßnahmen noch immer Millionen Amphibien auf unseren Straßen.

Kreuzotter erwacht

Für ein wärmeliebendes Reptil erwacht die Kreuzotter bereits früh im Jahr aus ihrer Winterstarre. Schon ab Mitte März sieht man die noch träge Schlange beim Sonnenbaden auf warmen Steinen oder Totholz liegen. Erst bei Betriebstemperaturen von etwa 30 - 33 °C wird sie richtig agil und jagt Mäusen, Fröschen und jungen Vögeln hinterher. Die Kreuzotter tötet ihre Opfer mit einem Giftbiss, der für Menschen sehr schmerzhaft ist. Bissunfälle kommen aber nur selten vor, weil die scheue Schlange bei Annährung ins Gebüsch oder unter Steine flüchtet.

Blühende Krokuswiesen

Unmittelbar nach der Schneeschmelze brechen auf natürlichen Bergwiesen buchstäblich über Nacht Millionen von Krokussen hervor. Dabei handelt es sich ausschließlich um ein und dieselbe Art, den weiß oder auch lila blühenden Frühlings-Krokus. Auch in unseren Gärten blühen zahlreiche gelbe, weiße oder tiefviolette Krokusse. Sie haben aber mit dem alpinen Krokus wenig zu tun, Gartenkrokusse sind Züchtungen aus etlichen Arten Südeuropas.

Geweih verloren

Jedes Jahr im Frühling werfen Hirsche ihre Geweihe ab - der alte Kopfschmuck hat ausgedient. Beim Rothirsch fallen die Geweihe zwischen Februar und April, beim Damhirsch im April und Mai - beim Reh übrigens erst im Hebst! Die Geweihe der beiden Arten lassen sich leicht voneinander unterscheiden: Der Rothirsch trägt ein Stangengeweih mit spitzen Enden, der Damhirsch ein flächiges Schaufelgeweih. Gleich nach dem Abwurf schiebt sich das neue Geweih nach und nach hervor und ist bis zur Hirschbrunft im Herbst neu ausgebildet. Wer gefundene Geweihe behalten möchte, darf diese nicht einfach mitnehmen, sondern muss vorher den Förster oder Jagdpächter fragen.

Schwalbe und Storch zurück

Die ersten Langstreckenzieher kehren im März aus ihren Überwinterungsgebieten im tropischen Afrika zurück. Die nur knapp 15 cm große Rauchschwalbe hat Flugstrecken von über 10.000 km hinter sich gebracht, um punktgenau wieder am Vorjahresnest in „ihrem“ Dorf zu landen. Auch die Störche kommen jetzt aus Südafrika zurück. Aber nicht alle: Immer mehr Weißstörche ziehen gar nicht erst weg und verbringen den Winter gleich bei uns. Hierbei handelt es sich um künstlich aufgezogene und ausgesetzte Vögel, die im Winter zugefüttert werden müssen und keine sich selbst erhaltenden Bestände bilden.

Frühe Brummer

Ab Mitte März fliegen in Gärten, auf Wiesen und an Waldrändern wieder die ersten Hummeln. Dabei handelt es sich meist um die besonders kälteunempfindlichen Erdhummeln mit ihrem dicken Pelz. Typisch sind ihre zwei leuchtend gelben Streifen und das weiße Körperende. Die Königinnen sammeln jetzt an Frühblühern wie Weidenkätzchen Pollen; ihre Nester legen sie unterirdisch in verlassenen Mäusenestern an. Von allen heimischen Hummeln können sie die größten Volksstärken erreichen; ein Nest beherbergt bis zu 600 Bewohner.

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