Bundesamt für Naturschutz

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Klettern


© Thorsten Wiehle
Kletterer in steiler Wand

Quelle: Natursportinfo, Text: Joachim Fischer & Martina Porzelt

Die Anfänge des Kletterns reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert. Das Interesse der Kletterpioniere konzentrierte sich häufig auf die freistehenden Nadeln und Türme. Ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts rückten auch die von oben zugänglichen Felsmassive in das Interesse der Bergsteiger. Gemäß dem alpinen Kletterstil wurden auch in den Klettergärten technische Hilfsmittel zur Sicherung und teilweise auch zur Fortbewegung, eingesetzt.

In den achtziger Jahren hat sich eine neue Kletterergeneration entwickelt. Vielen Sportkletterern genügt das Klettern an den Felsen der Mittelgebirge vollauf. Sie zieht es nicht auf hohe Gipfel und in alpine Wände. Das Sportklettern stellt im Vergleich zum alpinen Klettern eine relativ ungefährliche und moderne Spielart des Bergsteigens dar. Dieses Klettern in den Mittelgebirgen ohne alpine Gefahren hat viele neue Freunde gewonnen.

Naturverträgliches Klettern

© Michael Pütsch
natürliche Kletterwand

Felsen waren bis in die jüngste Vergangenheit hinein für den Menschen unbrauchbar. Bis auf den vereinzelten Abbau des Gesteins in Steinbrüchen wurden Felsen nicht genutzt oder beeinflusst. Als der Klettersport in den 80er und 90er Jahren populär wurde, änderte sich das. Das Klettern fand immer mehr Anhänger, neue Felsen wurden erschlossen und die Klettergebiete außerhalb der Alpen wurden immer intensiver genutzt. Dies führte stellenweise zu starken Belastungen der Felslebensräume.

Um sowohl den Lebensräumen wie auch den Klettersportlern gerecht zu werden, wurden für die verschiedenen Klettergebiete Konzepte entwickelt, die eine größtmögliche Schonung der Felsen unter Ausübung des Kletterns zum Thema haben. In diesen Konzeptionen werden besonders problematische Bereiche wie die Anlage von Infrastrukturen (z.B. Parkplätzen), Zustiege, problematische Kletterrouten, Felsköpfe, Brutzeiten etc. aufgegriffen und Regeln dazu aufgestellt. Wenn die Kletterer sich richtig verhalten, kann das ungemein viel dazu beitragen, dass die Felslebensräume nur geringfügig beeinträchtigt werden. Umgekehrt kann ein falsches Verhalten die Tier- und Pflanzenwelt der Felsen nachhaltig schädigen.

Um die Konflikte zwischen Sportlern und der Tier- und Pflanzenwelt zu minimieren, können Bereiche eingerichtet werden, die gar nicht oder frei bekletterbar sind, sowie Bereiche, in denen feste Routen bestimmt werden. Außerdem kann man noch zeitliche Beschränkungen festlegen, was z.B. an Brutfelsen sinnvoll ist.

 

Tipps zum naturverträglichen Klettern:

  • Kletterregelung: Vor dem Klettern über die aktuelle Regelung informieren: Kletterführer, Internet, Infotafeln.
  • Bahn und Bike: Öffentliche Verkehrsmittel bei der Anreise nutzen.
  • Parkplätze: Bei der Anfahrt mit dem Auto ausgewiesene Parkplätze benutzen.
  • Zustiegspfade: Angelegte Pfade und Wege benutzen, Geröll und Blockhalden nicht betreten.
  • Vegetation: Sensible Felsbereiche meiden, gesperrte Bereiche nicht betreten.
  • Felsköpfe: Betretungsverbote von Felsköpfen einhalten und Umlenkhaken benutzen.
  • Brutvögel: Felssperrungen zum Schutz von Brutvögeln einhalten. Beschilderung vor Ort beachten.
  • Rucksackdepots: Vorschläge für Rucksackdepots am Felsfuß beachten.
  • Abfälle: Abfälle zu Hause entsorgen und keine Spuren hinterlassen.

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