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Geocaching


© Nils Fabisch auf www.pixelio.de
GPS-Empfänger

Quelle: Natursportinfo, Text: Jannes Bayer 

Geocaching mit seiner jungen Geschichte ist eine immer beliebter werdende Freizeitaktivität. Der Begriff Geocaching setzt sich aus Geo (Erde) und Cache (Versteck oder geheimes Lager) zusammen und bezeichnet eine Art Schatzsuche. Als Voraussetzung zur erfolgreichen Suche dient dabei ein mobiler GPS-Empfänger. Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation, sondern allein über entsprechende Websites im Internet. Der Aufenthalt in Natur und Landschaft mit der zusätzlichen Motivation einen Cache zu finden oder zu legen, machen dabei den Reiz dieses Hobbys aus. Geocaching ist an keine konkreten Naturräume gebunden, was zum einen viele Variationen ermöglicht, zum anderen aber auch die Auswirkungen des Spiels auf Natur und Landschaft noch schwer einschätzen lässt.

Ansprüche an den Naturraum

Da der Phantasie bei Versteckmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt sind, kommen auch alle möglichen Naturräume für das Geocaching in Frage. So ist es immer da möglich, wo das Gelände den Ansprüchen des Spielers genügt.
In erster Linie spielt die landschaftliche Attraktivität eine wichtige Rolle, gerne werden aber auch solche Räume gewählt, die nur wenig von Menschen frequentiert werden. Unbeteiligte Personen könnten sich über die mit GPS-Empfängern ausgestatteten Spieler wundern, welche sich suchend durch Landschaften bewegen. In Anlehnung an die nicht-magischen Personen in Harry-Potter-Büchern werden Unbeteiligte als "(Geo)Muggels" bezeichnet. Geocacher versuchen einen Cache möglichst nur dann zu legen oder zu heben, wenn sich niemand in der Nähe befindet.

Auswirkungen auf die Natur

© BfN
Geocacher auf der Suche in der Natur

Da Geocaching größtenteils in freier Natur und Landschaft stattfindet, ergeben sich verschiedene mögliche Auswirkungen bzw. Belastungen auf die Tier und Pflanzenwelt. Man unterscheidet zwischen mehreren Belastungstypen. Belastung durch räumliche Ausbreitung der Aktivitäten in bisher ungestörte Gebiete hinein ist einer dieser Belastungstypen:
„Gerade die individuelle Vereinzelung (Vermeidung von Menschenmassen) bei der Sportausübung, die auf den ersten Blick den Anschein der Harmonie mit der Natur erweckt, kann zur gravierenden Störung werden, indem sie auf sensible Lebensräume trifft. “
Da die Spieler Caches möglichst unbeobachtet heben wollen, besteht die Möglichkeit, dass sie sich für ihr Hobby auch solche Räume auswählen, die von möglichst wenig Menschen genutzt werden. Dies kann auch bedeuten, dass Caches „nur“ einige Meter von Wegen entfernt ausgelegt werden. Oder die Spieler bewegen sich zu Zeiten in Räumen (z.B. Nachtcache), in denen diese üblicherweise kaum von Menschen frequentiert werden. Dazukommend sind Caches meistens auf Dauer angelegt und können somit ganzjährig gesucht werden.Somit ist es insbesondere für den Ausleger eines Caches wichtig, sich über das betreffende Gebiet zu informieren.
Auskünfte über mögliche Schutzzonen und Betretungsrechte lassen sich in Verordnungen der jeweiligen Gebiete und oft auch einfach auf Schildern finden. Sollten jahreszeitbedingte Schutzzeiten wie Brut- oder Nistzeiten bestehen, kann der Ausleger dies im Internet zusammen mit den Koordinaten kenntlich machen. Besser noch sollte man solch sensible Bereiche von vornherein meiden. Da nicht zu betretende Gebiete in Deutschland aber gerade einmal etwas über 2 Prozent der Landesfläche ausmachen, lassen sich trotzdem noch genügend Versteckmöglichkeiten finden.