Bundesamt für Naturschutz

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Wanderreiten

Wanderreiten und -fahren

Quelle: Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e. V. (VFD),
Text:   Christiane Ferderer


© Wewetzer
Wanderreiter im Wald

Breitensport Reiten und Fahren
Pferde  begleiten den Menschen bereits seit vielen tausenden von Jahren  als Nahrung, Arbeitstiere und Verkehrsmittel.  Das Reisen mit Pferden hat also eine lange Tradition und eine große kulturelle Bedeutung.
Mit zunehmender Modernisierung im vorigen Jahrhundert wurden Pferde als Arbeitstiere oder Verkehrsmittel kaum noch gebraucht. Lediglich im Pferdesport fanden sie noch Verwendung. Seit den 60er Jahren jedoch besannen sich  immer mehr Menschen zurück zum Pferd. Reiten und Fahren war nicht mehr ausschließlich wenigen  Privilegierten vorbehalten. Die Pferde wurden Freizeitpartner, Reiten und Fahren zum "Volkssport".

Warum Wanderreiten und -fahren?
Auf dem Pferderücken oder auf dem Kutschbock  die Natur zu erleben, lässt den Alltagsstress vergessen und weckt auch die Sensibilität für unsere Umwelt. Gerade das Wandern mit Pferden ist eine ideale Natur-Sportart für "Jung und Alt" mit einem Hauch von Nostalgie, Freiheit und Abenteuer. Das intensive Erleben der Natur gemeinsam mit dem Partner Pferd fernab von Alltag und Hektik steht bei den Wander-reitern und -fahrern  im Vordergrund.

Wanderreiten einfach so?
Ob einstündiger Ausritt in die nähere Umgebung oder mehrwöchiger Wanderritt in der Fremde, immer ist die sorgfältige Vorbereitung von Mensch und Pferd Voraussetzung. Damit ein Ausritt, ein Wanderritt oder eine Wanderfahrt mit dem Kutschgespann zu einem für alle Beteiligten gleichermaßen schönen Erlebnis ohne Überforderung oder gar Verletzungen wird, bietet die VFD vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten. Immer mit dem Ziel, dem Reiter oder Fahrer die Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die erforderlich sind, um sich mit dem Fluchttier Pferd sicher in Feld, Wald und auch im Straßenverkehr zu bewegen, ohne andere Verkehrsteilnehmer oder Erholungssuchende zu gefährden oder zu beeinträchtigen. Vorbildliches Verhalten und Rücksichtnahme auf Mensch, Tier und Pflanzenwelt sind oberstes Gebot für ein harmonisches Miteinander draußen in der Natur.
Ein weiter Schwerpunkt der VFD-Ausbildung ist die Gesunderhaltung des Freizeitpartners Pferd durch pferdeschonendes Reiten und Fahren sowie pferdegerechte Haltung und Ernährung.


© Michael Töppich
Wanderreiter mit Pferd im Gelände

Wanderreiten überall?
Wanderreiten in Deutschland ist nicht überall ohne Einschränkungen möglich. Die gesetzlichen Vorschriften für das Reiten und Fahren vor allem in Wäldern sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Die Überquerung von Landesgrenzen zu Pferd setzt ein intensives Studium verschiedenster Ländergesetze und kommunaler Ausnahmeregelungen voraus. So wird ein Wanderritt durch Deutschland nicht nur durch dichte Besiedelung und zahlreiche Straßen, sondern u. U. auch durch Einschränkungen im regionalen Reitrecht zu einer Herausforderung.
Die VFD setzt sich daher für eine bundesweit einheitliche liberale Regelung für das Reiten und Gespannfahren in der Natur ein.  
Das Gelände- und Wanderreiten muss als gleichberechtigte Erholungsform wie auch das Wandern zu Fuß oder das Radfahren akzeptiert werden.
In Einzelfällen sind Einschränkungen im Betretungsrecht aus Gründen des Artenschutzes oder zum Schutz sensibler Biotope sicherlich erforderlich. Es ist jedoch nicht einsichtig, weshalb mit solcher Begründung in der Regel ausschließlich das Reiten reglementiert wird. Reiten ist ökologisch verträglich wie kaum eine andere Sportart. Für die meisten Tierarten in Wald und Flur stellen Pferde die geringste Störung dar. Wanderreiter haben ebenso wie der Naturschutz ein großes Interesse an unzer-schnittenen Lebensräumen und an der Verhinderung weiterer Versiegelung der Böden durch Befestigung von Wegen. Das Verständnis für die Natur setzt das Erleben der Natur voraus. Ihre Verbundenheit mit der Natur zeigen VFD- Mitglieder, Wanderreiter und -fahrer durch die alljährliche Teilnahme am Wandertag biologische Vielfalt.


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Weitere Informationen bei der

VDF-Bundesgeschäftsstelle                                 
Zur Poggenmühle 22